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Was der Kauf von Activision Blizzard durch Microsoft verändern könnte

Ein Artikel von Stefan vom 21.01.2022

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Bei diesem Artikel handelt es sich um einen persönlichen Kommentar (Meinung) zur Situation um den Kauf von Activision Blizzard durch Microsoft. In diesem Artikel möchte ich euch meine Sicht auf diese Entwicklung schildern und euch zeigen, wie sich die Zukunft entwickeln könnte.


Quelle: Blizzard Presse Kit

Was mich bisher an Blizzard so fasziniert hat

Wenn es einen Entwickler gibt, der einen Großteil meines Lebens bereichert hat, dann ist es definitiv Blizzard. Begonnen hat meine Reise mit den ersten Warcraft-Teilen, die mich bereits packten. Doch mit der Veröffentlichung von Diablo 2 hatte Blizzard meine Seele erobert. Bis heute spiele ich Titel wie World of Warcraft, Hearthstone, Overwatch, Heroes of the Storm, Diablo 3 und Diablo 2: Resurrected. Das deckt nahezu die gesamte Bandbreite der Spieleschmiede ab. Und mit dem Ausblick auf Diablo 4, Diablo Immortal und Overwatch 2 stehen ebenfalls Titel in den Startlöchern, für die ich mich monatelang begeistern werde.

Natürlich habe ich immer wieder zwischendurch auch andere Titel gespielt, aber am Ende doch immer wieder zu Blizzard-Titeln zurück gekehrt. Für mich gibt es keine bessere Community, keine anderen Spielwelten, die so viele nostalgische Gefühle in mir auslösen. Ein neuer Cinematic Trailer bei Blizzard bedeutet immer Gänsehaut und Emotionen. Kaum ein anderer Entwickler hat es geschafft so aufregende und spaßige Spielwelten zu erschaffen, die Millionen von Spielern über Jahre begeistern. 

Microsoft will Activision Blizzard kaufen

Wie wir am Dienstag berichteten, will Microsoft Activision Blizzard kaufen. Der Kauf ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Bisher gab es lediglich eine Einigung aller Parteien. Für den Moment ändert sich also noch nichts. Und auch für das gesamte Jahr 2022 soll sich nach erfolgreichem Deal vorerst nichts ändern. Das hatte Bobby Kotick in einem Interview bestätigt.

Für Activision Blizzard könnte das eine große Chance sein, denn in den vergangenen Monaten gab es viele interne Konflikte. Nach vielen kleineren Fauxpas in den vergangenen Jahren, hatte die Situation um die "Cosby-Suite" verheerenden Schaden angerichtet. Es waren private Chatverläufe von Entwicklern und Designern der Führungsetage geleakt, aus denen verächtliche Ansichten hervorgingen. Daraus ergaben sich weitläufige Ermittlungen, sodass eine Katastrophe die nächste jagte. Ein gewaltiger Shitstorm wuchs und etliche mussten im Zuge dieses Skandals bereits Blizzard verlassen. Bis heute sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen und es werden regelmäßig weitere Fälle bekannt, in denen Blizzard-Mitarbeiter sich abfällig geäußert oder Mitarbeiter schlecht behandelt haben. Mehrere Führungswechsel und damit verbundene Kurswechsel brachten bisher nicht den gewünschten Erfolg, diesen Skandal hinter sich zu lassen.

Die Spielergemeinde ist wütend. Wütend nicht nur, weil seit Jahren die großen Namen hinter Blizzard schwinden und sich anderen Entwicklern anschließen oder eigene Entwicklerstudios gründen, sondern auch vor allem wütend über das, was hinter den Kulissen seit Jahren zu laufen scheint. Wenn die, deren ganzen Herz in die Entwicklung der Spiele floss, die Firma verlassen haben und nur noch jene geblieben sind, die das Projekt augenscheinlich gegen die Wand zu fahren versuchen, was bedeutet das dann für die Zukunft der Blizzard Spiele?


Quelle: Blizzard Presse Kit

Was könnte das für die Zukunft der Blizzard Spiele bedeuten?

Direkt nach der Ankündigung, dass Microsoft wahrscheinlich Activision Blizzard kaufen wird, ist die Aktie von Activision Blizzard um knapp 30% im Wert gestiegen. Dabei war die Aktie seit Monaten im Freiflug. Das könnte also bedeuten, dass viele Investoren, aber auch vielleicht Spieler die Übernahme durch Microsoft als eine Chance sehen. Eine Chance, die alles retten könnte?

Die letzten Monate waren durch den Cosby-Suite-Skandal und die Pandemie und damit verbundenem Arbeiten aus dem Homeoffice bereits von vielen Verschiebungen und Content-Flauten für die eigenen Titel geplagt. Zu viele Wechsel in der Führung, Streiks und Investigationen durch Gerichte zu laufenden Verfahren haben für viele Unterbrechungen und Verlangsamungen gesorgt, die deutlich in den Spielen zu spüren sind. Alleine die Entwicklung an World of Warcraft Shadowlands ist auf so einem Tiefpunkt, dass etliche große Newsseiten und Content-Creator, die sich auf diesen Titel spezialisiert hatten, ihre Arbeit niedergelegt haben. Es gibt einfach nicht genug zu berichten und das wenige, das es zu berichten gibt, sind negative Schlagzeilen. Da blutet einem als Redakteur oder Content-Creator einfach das Fan-Herz.

Microsoft könnte also wirklich für einen Wandel bei Activision Blizzard stehen. Das bedeutet zwar kurzfristig, dass es nun noch einmal ordentlich ruckt, aber langfristig die Dinge wesentlich effizienter laufen werden. Auch die Spieler erwarten laut Kommentaren in Foren, dass Microsoft im Zuge der Übernahme nun richtig für Ordnung sorgen wird. Auch wenn das langfristig eine gute Entwicklung ist, könnte es mittelfristig noch für einigen Frust sorgen. Unveröffentlichte Titel wie Diablo 4 oder die neue Erweiterung von World of Warcraft könnten weiter verzögert werden. 

Bleibt der Battle.net-Launcher?

Diese Frage hat viele Spieler in den Foren bewegt und ich denke, dass ich eine Antwort darauf habe. JA - Ich denke, dass der Battle.net-Launcher bleibt und ich kann euch auch begründen, warum ich das denke. Bisher hat Microsoft einige seiner Titel auf Steam veröffentlicht. Das Problem der Veröffentlichung von Titeln auf nicht hauseigenen Plattformen ist, dass diese mitverdienen möchten. Oft werden in den verschiedenen Launchern und App-Stores etwa 30 Prozent fällig, wenn Titel oder Ingame-Purchases gemacht werden. Logisch also, dass Microsoft um jeden Preis versuchen muss von solchen Plattformen wegzukommen. Genau deshalb bin ich mir sehr sicher, dass der Battle.net-Launcher bleibt, denn dieser ist bereits eine etablierte Plattform mit Millionen Nutzern.

Allerdings ist davon auszugehen, dass der Battle.net-Launcher um die Spiele von Microsoft ergänzt wird, so wie es auch schon damals mit Activision war. Es ist also davon auszugehen, dass wir bald sicherlich Spiele wie Minecraft, Sea of Thieves oder Age of Empires im Battle.net-Launcher kaufen und downloaden können. Das tut mir als alter Blizzard Fanboy zwar ein wenig in der Seele weh, aber wie man beim Zusammenschluss mit Activision damals gesehen hat, gibt es Möglichkeiten den Launcher so einzustellen, dass man nur seine Lieblingsspiele sieht und alles mehr oder weniger beim alten bleibt. Die Community wird also größer, was soll es schaden?

Ein lachendes und ein weinendes Auge

Bereits nach der Übernahme durch Activision war ich zunächst betrübt, denn ein paar Kleinigkeiten änderten sich bereits dadurch und viele Kurse von Spieleentwicklungen nahmen einen etwas anderen Verlauf als gedacht. Jetzt könnte ich nicht gespannter sein, denn zum ersten Mal habe ich überhaupt keine Ahnung, wohin die Reise gehen könnte. Allein die größte hauseigene Messe von Blizzard, die BlizzCon, hat mir jedes Jahr eine ganze Portion Gänsehaut verpasst. Ob es jemals eine weitere BlizzCon geben wird? Es wäre schon sehr schade.

Insgesamt erhoffe ich mir aber mehr durch diese Übernahme, denn wenn jemand den Laden aufräumen und in die richtige Bahn lenken kann, dann ist es Microsoft. Sollten sie es tatsächlich hinbekommen dem Spieleentwickler ordentlich Dampf unterm Hintern zu machen, dann könnte es möglicherweise für einige Spiele doch noch ein Happy End geben. Vor allem Diablo 4 und die nächste Erweiterung von World of Warcraft werden maßgeblich für die Zukunft sein. Und wenn alle Stricke reißen? Nun, dann wird es Zeit die neuen Spieleschmieden im Auge zu behalten, bei denen die ganz großen Köpfe und Blizzard-Veteranen arbeiten. Denn einige haben eigene Publisher oder Entwicklerstudios nach ihrer Abgang bei Blizzard gegründet und bereits großes angekündigt.

Diese von Blizzard Veteranen gegründeten Unternehmen solltet ihr im Auge behalten:


Quelle: dreamhaven.com

- Dreamhaven
Gegründet vom ehemaligen und langjährigen CEO von Blizzard: Mike Morhaime (Gründungsmitglied von Blizzard)


Quelle: bonfirestudios.com

- Bonfire Studios
Hier haben sich direkt ein ganzes Dutzend ehemaliger Blizzard Mitarbeiter rund um Rob Pardo (ehem. Chief Creative Officer bei Blizzard) verpflichtet


Quelle: seconddinner.com

- Second Dinner
Ben Brode, vor allem bekannt durch seine Arbeit an Hearthstone und World of Warcraft, ist Teil dieses neuen Entwicklerstudios


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Für mich stehen Diablo und MMOs wie World of Warcraft und New World hoch im Kurs. Ach, und ich bin ein absoluter Fan des Marvel Cinematic Universe.
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